Schiffsbeteiligung CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII und SPARKASSE DINSLAKEN
Dinslaken beschreibt sich als eine attraktive, überschaubare Stadt mit 72.000 netten Menschen. Was treibt nun die örtliche SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE dazu, Kunden in erheblicher Höhe eine Beteiligung am CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII ans Herz zu legen? STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE vermuten nach Durchsicht der Unterlagen dieser Schiffsbeteiligung: verdeckte Provisionen waren der Antriebe. Offenbart wurden sie nach Schilderung von Kunden nicht.
Die Schiffsbeteiligung 2005 am CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII weist interessante Details auf. Die Eintrittserklärung deutet zu einem darauf hin, dass die WestLB sicher nicht uneigennützig daran beteiligt war, diese Schiffsbeteiligung in den Markt zu drücken. Oben rechts findet sich die Notiz „WestLB – Kontingent“. Unten links geht es dann interessant weiter. Über dem Stempel der SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE, die die Schiffsbeteiligung CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII ihren Kunden wärmstens als Anlageberater empfohlen hat, findet sich der Aufdruck „HOPPE BANKENBETREUUNG“.
Diese wirbt auf ihrer Internetseite mit dem Hinweis für sich: “Mit den von HOPPE empfohlenen und initiierten Schiffsbeteiligungen erschließen Banken und Sparkassen ihren Kunden eine attraktive Anlagealternative.“ Geworben wird für die CONTI-Flotte, einen Großanbieter von Schiffsbeteiligungen. Unkritisch wird empfohlen, in die „Immobilien der Meere“ zu investieren. Die HOPPE BANKENBETREUUNG tritt dabei nach eigenen Worten als Mittler zwischen Initiator von Anlageprodukten und den Vertriebsspezialisten vor Ort auf.
Ein solche Vertriebsspezialist war 2005 für die Schiffsbeteiligung CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII die SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE. Vor lauter Begeisterung über das ihr vom „Mittler“ angebotene Produkt blieben allerdings Hinweise auf Risiken des Investments nach Schilderung von Anlegern außen vor. Auch wurden mögliche Interessenkonflikte nicht erwähnt. Diese liegen vor, wenn der Berater nicht offenbart, dass seine als unabhängig dargestellte Beratung möglicherweise durch verdeckte geldwerte Vorteile der Initiatoren in Richtung Eigennutz beeinflusst wird.
Dabei hätte für die Schiffsbeteiligung CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII Anlass genug für die SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE bestanden, ihren Kunden auch die möglichen Schattenseiten der Anlage zu offenbaren. Dass der Welthandel immer mehr Transportkapazitäten erfordert, ist – unabhängig von den Auswirkungen der Finanzkrise – zweifelhaft und ungesichert. So räumt der Prospekt der CONTI REEDEREI Management GmbH & Co. Konzeptions-KG ein, ein aussagefähiger Chartermarkt für die Schiffsklasse der Schiffsbeteiligung CONTI BETEILIGUNGSFONDS VII existiere noch nicht. Wohl dem, der vor seiner Unterschrift ausreichend Zeit und Gelegenheit zum Studium des 77seitigen Prospekts hatte.
Wenn er es als Anlagelaie bis auf S. 24 der Lektüre durchhält, erfährt er, dass für die Einwerbung der Kunden eine CONTI CORONA Anlageberatungsgesellschaft rund 6,146 Millionen Euro und zuzüglich das 5 %ige Agio der Beteiligung erhält. Die spannende Frage ist nun, welchen Anteil davon die als tatsächlicher Berater aufgetretene SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE dafür bekommt, dass sie ihren Kunden die hochriskante Schiffsfondsbeteiligung zum Kauf empfiehlt.Insgesamt summieren sich allein die Abzüge aus dem Fondstopf, die auf S 24 des Prospekts unter Kosten für Verwaltung und Treuhänder sowie Management und Vermittlung aufgeführt sind, auf satte 10,114 Millionen Euro + dem Agio von 5 % + jährlich rund 361.000 Euro Verwaltungsumlage. Gleichwohl verspricht der Fonds eine Anfangsausschüttung von 7 % pro Jahr ab April 2006.
Wie geht das wirtschaftlich angesichts der hohen Mittelabflüsse? Es wird einfach nicht ein Gewinn verteilt, sondern die Kommanditeinlage sofort zurückgezahlt - ein hochriskanter Ansatz. Denn scheitert der Fonds, wird der Insolvenzverwalter auf die Idee kommen, diese Kapitalrückzahlung wieder einzufordern. Der verschämte Hinweis auf Risiken hinsichtlich der Ausschüttung finden sich auf S. 45 des Prospekts. Auszahlungen des Kommanditkapitals führen zum Wiederaufleben der Haftung, wenn die Entnahme in der Verlustphase der Gesellschaft erfolgt.
Nach Schilderung der betroffenen Anleger hat die als Berater aufgetretene SPARKASSE DINSLAKEN-VOERDE-HÜNXE diese Risiken nicht erwähnt. Es muss bezweifelt werden, dass sie sich bei dieser von einem Mittler an die Sparkasse herangetragenen Schiffsfonds überhaupt im Detail mit den erheblichen Risiken beschäftigt hat.
STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE empfehlen Anlegern, die sich an Schiffsfonds beteiligt haben, besonders kritisch zu hinterfragen, ob ihnen die Risiken dieser Beteiligungen umfassend erläutert worden sind. Schiffsfonds leben von der schönen Geschichte des immerwährend wachsenden Welthandels. Dies über eine Laufzeit von zehn und mehr Jahren hervorsehen zu wollen, ist unseriöse Hellseherei von Anlageberatern.
Die angeblich blühenden Landschaften im Osten und rund um Berlin haben in den 90ziger Jahren zehntausenden von Immobilienfondsanlegern Riesenverluste beschwert. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass bei Schiffsfonds die nächste Pleitewelle vor der Tür steht.Anwaltlichen Rat für Anleger und Investoren zu den Möglichkeiten der Rückabwicklung von Schiffsfondsbeteiligungen und von Schadensersatzansprüchen gegen Berater und Initiatoren geben STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE – FACHKANZLEI FÜR KAPITALANLEGER.
| < Zurück | Weiter > |
|---|

