Frachterkrise bringt Schiffsfonds in Not – NORDCAPITAL und DEUTSCHE BANK in der Verantwortung
Der NORDCAPITAL - Fonds BULKERFLOTTE 1 wurde im Jahr 2008 von der DEUTSCHE BANK vertrieben und gerät durch die Krise der koreanischen Groß-Reederein Korea Line Corporation (KLC) ins Trudeln. Denn planmäßig wurden sieben von neun Schiffen des Fonds bei KLC für fünf Jahre verchartert. Wie CAPITAL in seiner Online-Ausgabe vom 27.01.2011 berichtete, musste die mächtige Reederei KLC jetzt Gläubigerschutz beantragen. Dies hat unter anderem zur Folge, dass Anleger des rd. 500 Mio. Dollar schweren Beteiligungsmodells des Emissionshauses NORDCAPITAL um ihr Geld bangen müssen. Der zweitgrößte südkoreanische Betreiber von Massengutfrachtern (Bulker) hat Gläubigerschutz beantragt.
An und für sich sollten gut geführte und volumenstarke Fonds ihr Kapital über mehrere Schiffe diverser Reedereien streuen, um die Risiken für die Anleger zu reduzieren. Durch die Vercharterung des Großteils der Bulker an eine einzige Reederei hat NORDCAPITAL dieses Konzept jedoch konterkariert und den Zeichnern der Fonds ein extremes Risiko aufgebürdet.
Beide Emissionshäuser haben bislang keinen Überblick, welche Konsequenzen eine mögliche Pleite der Reederei für ihre Anleger haben könnte. Genehmigt der „Central District Court“ in Seoul das Insolvenzverfahren, müsste Korea Line den Fonds die vereinbarten Charterraten nicht mehr zahlen. Damit können diese auch die Bankkredite nicht mehr bedienen, schlimmstenfalls würden die Anleger ihr gesamtes investiertes Eigenkapital verlieren. Die Probleme der südkoreanischen Reederei zeigen, dass die Krise im maritimen Transportgeschäft trotz der globalen Wirtschaftserholung noch nicht vorüber ist. Neben den drei Beteiligungsangeboten von CONTI und NORDCAPITAL befinden sich auch Bulkerfonds anderer Initiatoren in schwerer See.
Korea Line alleine hat in sechs der sieben vergangenen Quartale Verluste ausgewiesen, so dass die Zahlungsunfähigkeit der Reederei für Insider keine Überraschung ist.
Vor Beginn der Finanzkrise hatten Fondshäuser und Reeder neue Bulker weit über den damaligen Bedarf hinaus geordert, weil sie anhaltenden Wirtschaftsboom erwarteten. Unter diesen Überkapazitäten wird der Markt nach einer neuen Studie der Ratingagentur Fitch noch auf Jahre leiden. Es drängt sich die Frage auf, weshalb Initiatoren bei Neuemission von Schiffsfonds so stark ausgerechnet im volatilsten und unsichersten alles Schiffsmärkte agieren. Die höchst volatile und riskante Bulkschiffahrt eignet sich nach Meinung von STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE jedenfalls nicht als Zielmarkt für das Geschäft mit Privatkunden.
Gleichwohl ist die DEUTSCHE BANK im Jahr als Großvertreiber der Bulkerflotte 1 von NORDCAPITAL hervorgetreten. Betroffene Anleger sollten sich fragen, ob ihnen die Beteiligung richtigerweise als Risikokapital oder fälschlicherweise als sichere Beimischung zum Depot verkauft worden ist. „Im zweiten Fall“, so Fachanwalt Hartmut Strube, „empfiehlt es sich, die Frage einer möglichen Falschberatung anwaltlich überprüfen zu lassen“. Immerhin hat schon im August 2008 die Publikation „Mein Fonds Berater“ die Beteiligung an der NORDCAPITAL Bulkerflotte 1 aus diversen Gründen mit dem Warnhinweis „Nicht zeichnen“ belegt.
Auf das Problem der möglichen Verjährung von Ansprüchen ist hinzuweisen. Wem die Anlage 2008 empfohlen wurde, hat regelmäßig drei Jahre Zeit, mögliche Falschberatung zu reklamieren. Bis Ende 2011 müssen betroffene Anleger der Bulkerflotte 1 deshalb zu ihrer eigenen Sicherheit tätig werden, wenn sie jegliche Verjährungsdiskussionen vermeiden wollen. Bei Bedarf können STRUBE FANDEL RECHTSANWÄLTE an den Standorten Köln und Düsseldorf direkt kontaktiert werden.
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